Im Interview: Christoph Böninger von AUERBERG

1 Feb

Seine Diplomarbeit? Er entwarf den ersten Laptop der Welt, der heute in der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt wird. Später designte Christoph Böninger, der Industrial Design und Environmental Design in München und Los Angeles studierte, Möbel – darunter vier Tische für ClassiCon. 2010 erfüllte er sich dann seinen Traum eines nicht-Marketing getriebenen Möbelherstellers und startete zusammen mit Freunden und Weggefährten das Projekt AUERBERG

Was gab den Anstoß, ein eigenes, unabhängiges Designlabel zu gründen?

Die Idee zu AUERBERG kam kurz nach Ausbruch der ersten Finanzkrise Ende 2009, als alle Möbelhersteller geschockt waren vom plötzlichen Umsatzeinbruch. Da habe ich mir die Frage gestellt: Wie können wir herausragende Möbelentwürfe ohne Kompromisse mit geringen Stückzahlen produzieren und vertreiben? Heraus kam das AUERBERG-Prinzip.

Christoph Böninger im Design-Studio am Auerberg

Christoph Böninger im Design-Studio am Auerberg

Wie haben Sie es geschafft, so viele andere bekannte Designer mit ins Boot zu holen?

Das war die leichteste Übung: Ich habe das Konzept meinen Freunden präsentiert und alle haben spontan zugesagt.

Auf den Punkt gebracht: Was sind die Markenzeichen von AUERBERG?

Hier erscheinen Produkte, die nach gängiger Marktforschungs- und Marketinglogik keine Chance hätten. Die aber dennoch enorme Berechtigung haben, weil sie in Funktion, Form und/oder Materialität neue Dimensionen eröffnen und immer eine „radikal subjektive“ Geschichte des Designers erzählen.

Welche ist Ihre Lieblingsgeschichte?

Am nächsten steht mir meine eigene Geschichte von der Bücherkarre, weil sie während einer Reise entstand und letztlich zur Gründung von AUERBERG beitrug.

Welche Zielgruppe soll AUERBERG ansprechen?

AUERBERG-Kunden suchen das Authentische, das Unverwechselbare und die Konzentration auf das Wesentliche im Design.

Wird sich individuelles, handgefertigtes und außergewöhnliches Design in Zukunft durchsetzen?

Durchsetzen wird sich unser Designansatz nicht, weil die IKEA’s dieser Welt zu groß und mächtig mit ihrem Einkaufsvolumen sind. Aber wir können kleine Nischen besetzen, wo die „Großen“ nie hin wollen.

Die Idee zu der Bücherkarre kam Christoph Böninger in Buenos Aires

Die Idee zu der Bücherkarre kam Christoph Böninger in Buenos Aires

Welche Rolle spielt der Standort Deutschland? Und welches Potential hat deutsches Design?

Deutschland und der Auerberg spielen für uns insofern eine große Rolle, weil wir hier arbeiten und produzieren lassen.  Typisch „deutsches Design“ sehe ich nicht. Die AUERBERG-Designer leben und arbeiten in Deutschland, Italien, Schweiz und USA und zusammen ergibt sich eine gemeinsame „Haltung“.

Wie viel Innovation verträgt Deutschland?

Eine ganze Menge, wenn Vertrauen in die Marke und die handelnden Personen besteht.

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