Andreas Linzner

15 Mrz

Retro-Frottierwaren? Wer jetzt an Omas Handtücher aus den 70ern denkt, liegt gar nicht so falsch. Das man aus denen allerdings süße Stofftiere machen kann, hätten wahrscheinlich die Wenigsten gedacht. Doch genau dass tut der Frottierler Andreas Linzner. Im Interview erzählt er, was das Besondere an seinen weichen Kunstwerken ist.

Seine süßen Kuscheltiere gibt’s ab heute im Designer-Sale unter http://www.bamarang.de!

Die Muster Ihrer Produkte stammen aus den 50ern, 60ern, 70ern und 80ern. Was verbinden Sie mit dem Lebensgefühl dieser Zeit?
Eine Sehnsucht im Allgemeinen und die unglaubliche Vielfalt an Mustern und Farben. Vieles war damals einfach neu und besonders – das vermisse ich Heute sehr.

Wie kamen Sie auf die Idee aus Handtüchern Neues zu kreieren?
Ich habe mich während meiner Ausbildung zum Herrenschneider in das Material verliebt und es ist eine tolle Herausforderung damit zu arbeiten. Die Liebe ist so groß, dass ich sogar viel Zeit mit Recherchen über die Kulturgeschichte des Frottierhandtuchs verbringe.

Was ist für Sie das Besondere an Frottier?
Ein Gewebe mit sehr vielen Schlingen, die dem Stoff eine gewisse Dimensionalität verleihen. Das gibt mir viele Möglichkeiten damit kreativ zu sein.

Ihre Designs bringen ja gleichzeitig den Aspekt des Upcyclings ins Spiel. Worin sehen Sie dabei die Chancen?
Diesen Aspekt habe ich schon vor über 11 Jahren beachtet, damals war „green“ aber noch nicht so hip. Es ist für mich wichtig, gerade in einer solch konsumorientierten Welt wie der, in der wir leben,  Materialien zu verarbeiten, die eine Geschichte haben. Sie haben durch ihre Beständigkeit, weil sie schon gebraucht wurden, Ihren Charme und Ihre Verwendbarkeit nicht verloren und haben es verdient eine zweite Chance bekommen. Frottier ist ein robustes Material, das durch seine Schlingenoberfläche länger hält. Mein Leben ist wie meine Arbeit mit solchen Themen geprägt. Wir haben endlich eine Zeit erreicht, wo dies mehr wahrgenommen wird und die Menschen sich mehr damit auseinander setzen. Ich erinnere meine Kunden an alte Zeiten, lasse Sie träumen oder auch nur daran erfreuen, dass Sie ein Produkt erwerben können, dass eine Geschichte erzählt.

Was war die schönste Reaktion die Sie jemals auf eines Ihrer Produkte bekommen haben?
Ich höre oft, dass meine Figuren zu Lieblingsfiguren werden und immer und überall, gerne bei Kindern, dabei sein müssen. Es berührt mich sehr dies zu hören.
Manchmal muss ich sogar abgeliebte Figuren wieder heil machen und den Doktor spielen. Sie begleiten Menschen eine bestimmte Zeit und diese haben Ihre Freude dabei. Das ist ein wunderschönes Kompliment.

Wie sieht Ihre Zielgruppe aus?
Sie wohnt in Los Angeles, in London, in Kopenhagen, in Paris, in Hong Kong, in Zürich, in Frankfurt oder in Hamburg, ja sogar in Obergünzburg im Allgäu. Meine älteste Kundin ist 78 Jahre alt und die Jüngste ist noch nicht geboren. Da sind es die Eltern, die sich schon mal freuen und jeder sieht anders aus. Vielfältig und jeder ein Unikat, wie meine Figuren.

Wie werden Ihre Produkte hergestellt?
Meistens ist eine Nähmaschine mit im Spiel. Manchmal bediene ich diese. Aber die Figuren werden alle von liebenswerten Frauen in einem kleinen Familienbetrieb in Bayern in liebevoller Handarbeit gefertigt.

Woher bekommen Sie Ihre Frottierwaren?
Das sind neben Frottierhandtüchern auch Frottierbademäntel, Frottiergardinen, Frottierschürzen oder Frottierkleider. Diese kommen aus einem Textil-Recyclinghof in Niedersachsen. Dort werden sie für mich aussortiert und ich sortiere dann nochmal nach. Dann werden sie gründlich gereinigt und von mir noch ein zweites Mal geprüft.

Wie würden Sie den Stil Ihrer Arbeiten beschreiben?
Ich kann mich da nicht festlegen, weil es eine Mischung ist. Es hat eine Art von künstlerischem Denken und dann wiederum von Design. Ich interessiere mich für Mode, Kunst und Design.  Der Tischler arbeitet mit Holz – ich bin Frottierler und arbeite mit Frottierhandtüchern.

Findet man Ihre Produkte auch bei Ihnen Zuhause?
Ja 🙂 Ganz am Anfang habe ich sogar jeden Tag etwas aus Frottier angezogen.

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